Der psychosomatische Kontext der Krankheit

Je mehr man sich mit dem ganzen Menschen auseinandersetzt, umso mehr wird der psychosomatische Aspekt der Krankheit evident. Die Homöopathie eröffnet diesen zunehmend und beweist, dass Psyche und Körper eine Einheit bilden. Das homöopathische Arzneimittel vereinigt die psychische wie die körperliche Sphäre eines Menschen. In den Händen eines erfahrenen homöopathischen Arztes können solche Arzneien schwere Krankheiten kurieren.
Die seinerzeitige Beobachtung Hahnemann’s dass bestimmte Krankheiten mit bestimmten Veränderungen des Gemütszustandes korrelieren (in den §210, §211 ff des Organon geht Hahnemann auf die Bedeutung der Gemütslage des Patienten ein), hat insofern eine Erweiterung gefunden, als nun die mentale Verfassung des Patienten von größter Bedeutung ist. Seit Beginn dieses Jahrtausends haben wir die Möglichkeit, die Lebentsthemen und -konflikte des Patienten zu verstehen und zu bewerten.
Das Thema des Lebenskonfliktes eines Patienten ist noch viel konkreter als seine Gemütslage. Das bedeutet einen grossen Fortschritt für die Homöopathie, welche ja einen Eckstein der medizinischen Wissenschaft darstellt.

Dr. D. Payrhuber, 55. Homöopathischer Weltkongress, Budapest 2000